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Montag, Juni 04, 2007

Da war doch noch was ...

... ich wollte doch noch ne Runde bloggen. Sorry, irgendwie wars in letzter Zeit ein bisserl stressiger als sonst. Und ich war ziemlich abgelenkt. Aber ich schulde Euch ja noch ein paar Filme.


Da wäre erstens Hard Candy - ihr erinnert euch, ich hatte da im letzten Posting was von ner schicken Steelbox gefaselt. Der Film ist mindestens genauso schick wie die Verpackung - nur auf eine ziemlich psychoterroristische Weise. Außerdem ist es echt schwer darüber zu schreiben, ohne unglaublich fies zu spoilern, also deshalb nur kurz:

Hard Candy fängt mit einem Chat an - ein Typ flirtet mit einem Mädel und die beiden verabreden sich. Nix ungewöhnliches, wenn der Typ nicht um die 30, das Mädel gerade mal 14 wäre. Das hält ihn aber nicht davon ab sie mit in sein schickes Designerhäuschen zu nehmen und ihr seine BriefmarkenFotosammlung zu zeigen. Er ist nämlich Fotograf und fotografiert am liebsten junge, hübsche Mädels. Aha, denkt man sich, ein fieser, wenn auch wirklich gut aussehender, Pädophiler. Die arme Kleine. 10 Minuten später ist man da nicht mehr ganz so überzeugt davon ...
Ein fieser, schicker, intelligenter und vor allem fieser Psychothriller, der fast ohne körperliche Gewalt auskommt (auch wenn vor allem Jungs an der ein oder anderen Stelle wahrscheinlich Schweißausbrüche bekommen), spannend ist wie noch was, und bei dem der Zuschauer nie weiß, wem er seine Sympathie schenken soll. Nix für schwache Nerven - ich gebe zu, dass Mr. Bear (der sich gewisse Szenen nicht mitanschauen konnte, er hat halt ein zartes Gemüt) an manchen Stellen ziemlich übel geknuddelt werden musste ... - aber dringend anschauenswert!
Vor allem, weil die beiden Schauspieler, die die meiste Zeit auch die einzigen Schauspieler sind, beide ganz unglaublich großartig sind. Wirklich, wirklich großartig. Ehrlich.

Danach mussten es dann ein paar weniger düstere Filmchen sein - unter anderem Napoleon Dynamite und Nacho Libre, beide scheinbar von den gleichen Machern.

Napoleon Dynamite ist ja ein ziemlicher Kultfilm anscheinend und er hat auch die nötigen Zutaten dafür. Der Titelheld ist ein ... äh ... Schüler mit so gut wie gar keinen social skills, seltsamen Klamotten und einem
wuscheligen Afro, seine Familie ist durchgeknallt, und die beiden Freunde, die er im Verlauf der Handlung findet, nicht weniger. Muss ich mich jetzt schämen, wenn ich sage, dass ich nicht wirklich viel mit dem Film anfangen konnte? Klar, er ist stellenweise wirklich wirklich lustig und ich kann verstehen, warum Leute ihn fantastisch finden, aber irgendwie konnte er mich nicht wirklich fesseln. Ach, was schreib ich viel, wenn man auch zur bekanntesten (und vielleicht besten) Szene verlinken kann:



Mit Nacho Libre hatte ich ein ähnliches Problem - der Film über einen mexikanischen Mönch (Jack Black), der gerne Wrestler werden will, um Waisenkindern Salat auftischen zu können, ist wirklich lustig und ziemlich schräg und echt nicht schlecht. Aber meine Aufmerksamkeit war dann doch stellenweise anderswo. Schade, denn er macht echt Spaß. Und ist eigentlich auch ziemlich psychedelisch. Vielleicht bekommt er demnächst noch eine zweite Chance, wenn ich in einer passenderen Stimmung bin.



Und zum Abschluss meiner großen Filmreihe gabs dann den Film, der unter anderem mit verantwortlich dafür ist, dass ich nicht zum bloggen gekommen bin. Eigentlich sind riesige, eklige Mutantenzombienacktschneckenaliens ja etwas, das ich mir auf keinen Fall antue, weil ich Nacktschnecken ganz unglaublich widerlich finde und bäh und igitt. Aaaaaber. Wenn, wie in Slither, Nathan Fillion, einer meiner ganz persönlichen Lieblingsraumschiffkapitäne, mitspielt, sieht die Sache aber ganz anders aus. Und die Wurmschneckenglibberekeldinger waren auch ganz erträglich. Slither steht in der großen Tradition von unzähligen Aliens-fressen-sich-ins-Gehirn-von-Kleinstadtleuten-Horror-Splatter-Filmen und bringt plottechnisch nicht besonders viel Neues, aber er ist lustig und so richtig schön schleimig-eklig-widerlich und Nathan ist so very pretty ... *seufz*

Natürlich gibts auch einige Schockeffekte und fantastischerweise ein Zombiereh - und ich sehe gerade, dass es bei Oliver eine
Review gibt, in der er zwar ganz übel fies und ungerecht zu meinem Big Damn Hero ist (Hey! Nix gegen Nathan!), aber ansonsten ganz furchtbar viel Recht hat. Also lest doch einfach da weiter ...

Das Problem an der Sache ist nur, dass mich jeder Anblick von Nathan Fillion sofort und unwiederruflich wieder in einen sabbernden Firefly-Junkie verwandelt, der dringend einen Fix braucht. So auch diesmal und ich war doch gerade erst darüber hinweg gekommen ...
UND ICH HATTE MEINE DVDS VERLIEHEN! ARGH! Wieso tu ich sowas? Gut, nach einem freundlichen Telefonat, bei dem ich es mir heldenhaft verkniffen habe, einer guten Freundin damit zu drohen, dass ich sie ins nächste Triebwerk schubse, wenn ich meine DVDs nicht gleich wiederkriege, hatte ich jetzt ein paar Tage Zeit um die schlimmsten Entzugserscheinungen loszuwerden. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal gebloggt werden ...
Genauso wie der letzte Film, den ich vor dem großen Firefly-Marathon gesehen habe - Jack Sparrow verdient definitiv ein eigenes Posting.

Technorati, , ,

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Donnerstag, Mai 17, 2007

Videowetter

Kleine Vorbemerkung: Blogger frisst neuerdings Wörter und die Ausklappfunktion zickt wie immer rum. Also nicht wundern, wenn ich hier noch ein bisschen rumfummle - man sieht das erst im fertigen Post. *grummel*

Ähm ja, mich gibts noch. Und
das letzte Posting ist ja auch noch nicht ganz so lange her - auch wenn es nicht aus dem Blog hier ist.
Schlechtes oder zumindest nicht ganz so fantastisches Wetter gepaart mit der Notwendigkeit im Bett zu bleiben hat ja einen Vorteil: ich war endlich mal wieder motiviert, mich an meinem DVD-Stapel zu vergreifen. Leider ist der nicht wirklich kleiner geworden, denn ich habe vor kurzem die Sammlung um ein paar Schmuckstücke erweitern können. Aber immerhin habe ich es letzte Woche endlich mal wieder geschafft ganze Reihe von mehr oder weniger düsteren und mehr oder weniger großartigen Filmen anzusehen. Indien hab ich da allerdings ein bisserl sehr vernachlässigt - aber demnächst ist Guru dran und der ein oder andere Shammi sieht auch schon sehr verlockend aus.

Aber zunächst werde ich mich mal an ein paar Reviews machen - ihr wolltet doch bestimmt schon immer wissen, was ein Film über einen kalifornischen Schönheitswettbewerb und ein düsterer, dystopischer Film über Babys gemeinsam haben ...



Little Miss Sunshine ist ein wirklich komisches, fieses und richtig charmantes Roadmovie über eine ziemlich kaputte Familie, die mit ihrem großartigen und leider ziemlich kaputten VW-Bus von New Mexico nach Kalifornien düst, weil Töchterchen Olive bei einem Kinderschönheitswettbewerb antreten will. Probleme gibts genug: Papa Richard will gerne erfolgreicher Motivationsguru werden und setzt dafür die Familienersparnisse aufs Spiel, was Mama langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt, das Brüderchen hat ein Schweigegelübde abgelegt, steht auf Nietzsche und will Kampfpilot werden, der Opa ist aus dem Altersheim geflogen, weil er kokst, der Onkel hat gerade einen Selbstmordversuch hinter sich, und Olive selbst ist alles andere als eine Schönheitswettbewerbsbarbie. Es ist also für eine unterhaltsame Fahrt gesorgt - und die kleineren und größeren Katastrophen auf dem Weg tragen nicht unbedingt zur Stimmung bei. Little Miss Sunshine ist trotz aller tragischen Momente ein richtiger Gute-Laune-Film mit unglaublich sympathischen verkorksten Figuren und tollen Schauspielern - allen voran Abigail Breslin als Olive.


Ganz anders und noch viel großartiger ist Children of Men, der vielleicht beste Film, den ich dieses Jahr bisher gesehen habe. Und nein, nicht weil Clive Own die Hauptrolle in dieser wirklich düsteren Dystopie spielt und total lecker ist. Nein, auch sonst hat der Film einiges zu bieten. Im Jahr 2027 hat die Welt ein Problem. Gut, eigentlich viele richtig üble Probleme. Aber sie hat ein Hauptproblem: Das letzte Kind wurde vor 18 Jahren geboren. Überall scheinen Krieg, Chaos, Mord und Totschlag zu herrschen. England, das sich wohl als letzten Posten der Zivilisation sieht, scheint ein faschistischer Staat geworden zu sein, in dem ebenfalls Gewalt und Willkür an der Tagesordnung stehen. Clive Owen spielt einen ziemlich kaputten Typen namens Theo, der früher Aktivist war, jetzt aber in seinem Regierungsjob relativ deprimiert vor sich dümpelt. Eines Tages holt ihn aber seine Vergangenheit wieder ein - in Form von seiner Ex Julian, die eine Wiederstandsgruppe anführt und ihn bittet, ihr einen Gefallen zu tun. Er soll für ein Mädchen Papiere besorgen, damit diese aus dem Land fliehen kann. Kee ist nämlich schwanger ...
Ich mag Dystopien, klingt komisch, ist aber so. Immerhin gibt es da nicht nur ein paar richtig schicke Romane, sondern auch eine Menge toller Filme. Children of Men reiht sich da nahtlos ein, was natürlich den großartigen Schauspielern zu verdanken ist, aber vor allem an Alfonso Cuaróns fantastischer Regie. Sobald die Handlung mal richtig in Schwung kommt, habe ich jede Sekunde mitgebibbert und mitgefiebert. Erstens, weil die Atmosphäre des Films unglaublich dicht und
glaubwürdig ist - London und später die (heute relativ idyllische) Küstenstadt Bexhill wirken als hoffnungslose, beinahe schon apokalyptische Orte unglaublich real.
Und zweitens weil der ganze Film einfach grandios in Szene gesetzt ist. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Actionszenen stellen vieles bisher dagewesene in den Schatten, die Kamera gibt einem ständig das Gefühl mit dabei zu sein und das Finale verursacht im wahrsten Sinne des Wortes Gänsehaut.
Außerdem ist Children of Men mal endlich wieder ein Film, bei dem ich mir wie ein intelligenter, erwachsener Mensch vorgekommen bin und nicht wie ein halbdebiler Fernsehzombie, dem man alles dreimal erklären muss. Die Hintergründe der Geschehnisse, die Ideologie, die hinter der Politik in England steckt werden bewusst ausgespart - und müssen eigentlich auch gar nicht erklärt werden, weil der Film auch so wunderbar funktioniert und man als Zuschauer genügend Informationen bekommt um sich selbst ein Bild zu machen. Und es gibts nichts schlimmeres, als Filme, in denen 90% der Zeit damit verbracht werden, dass der Zuschauer einen Infodump nach dem anderen ertragen muss ... Gut, interessieren würde es mich schon, wie diese Gesellschaft entstehen kann, die trotz globaler Unfruchtbarkeit für Euthanasie Werbung macht und auf irrsinnig brutale Weise auf Immigranten Jagd macht. Aber dafür gibts dann ja die Romanvorlage von PD James. Ist bestellt, mehr demnächst.


Noch ein Film, der sparsam mit Hintergrundinfos umgeht, ist Sophia Coppolas Marie Antoinette mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle. Zur Handlung muss man jetzt eigentlich ja nicht so besonders viel sagen: Der Film erzählt das Leben der österreichischen Prinzessin, die 1769/70 mit 14 Jahrennach Frankreich verscherbelt mit dem nur ein Jahr älteren französischen Thronfolger verheiratet wird, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Der Film endet mit dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789.
Ich hatte ja eigentlich nicht mehr allzu große Erwartungen an den Film, da man immer von richtig miesen Kritiken hört - aber ich wurde überrascht. Marie Antoinette mag vielleicht nicht der beste Film aller Zeiten sein, aber er ist eigentlich relativ gut. Es könnte sein, dass sich Historiker und Franzosen und vor allem vermutlich französische Historiker vielleicht erstmal ein Fläschchen Baldrian besorgen sollten, aber Marie Antoinette ist bei weitem nicht so geschichtsfälscherisch wie andere Kostümfilme. Was auch daran liegt, dass ziemlich schnell ziemlich klar gemacht wird, dass hier eigentlich gar kein historisch akkurates Bild der Zeit entstehen soll. Dafür sorgt allein schon der fantastische Soundtrack, auf dem unter anderem New Order, The Cure und Bow Wow Wow zu hören sind - alles Musik, die bei mir schon viel zu lange nicht mehr lief und jetzt wieder aus meinen Box schallt. Außerdem sind hier keine gesestelzten pseudo-historischen Dialoge zu hören, sondern moderne amerikanische Umgangssprache (meistens jedenfalls). Und wie gesagt - die historischen Hintergründe werden allerhöchstens angedeutet. Das alles lässt die Illusion entstehen, dass man sich wirklich in der Welt von Versailles befindet - wo keine verstaubte Uraltmusik gehört wird, wo die Leute nicht so reden wie ein paar hundert Jahre früher und wo man ganz gut auskommen kann ohne Hintergrundinformationen über die weltpolitische Lage. Grundsätzlich schon mal eine Idee, die ich ziemlich schick finde.
Der Film hat dennoch die ein oder andere Schwäche: erstens verstehe ich immer noch nicht, warum an einigen Stellen plötzlich irgendwelche Bediensteten und später Marie Antoinettes Tochter Französisch reden? WTF? Reden die da nicht alle die gleiche Sprache? Das ist ungefähr auf dem Niveau von Gerard Depardieus französischem Akzent in diesem Musketierfilm ... Zweitens hängt der Film im Mittelteil etwas durch - irgendwie wäre ein bisschen mehr Handlung und ein bisschen weniger Mode-Schuh-Party-Exzess ganz nett. Und drittens sind die Informationen vielleicht ein bisschen arg dünn gesäht. Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass es im Publikum so einige Leute gibt, deren Kentniss über europäische Geschichte im 18. Jahrhundert ein bisserl dünner ist als hier vorausgesetzt wird. So fehlen zum Beispiel anfangs die Anhaltspunkte dafür, wie viel Zeit tatsächlich vergeht, wie alt die beiden sind, als sie die Herrschaft übernehmen etc.
Und zu guter Letzt: Marie Antoinette ist mir fast zu positiv, zu sympathisch, zu unschuldig gezeichnet - aber vielleicht habe ich auch nur zu viel Stefan Zweig gelesen.
Trotzdem ist Marie Antoinette wirklich unterhaltend - und übrigens sehr pink! Auch wenn man die Story doof findet: die bonbonbunte, hyperbombastische Ausstattung, die fantastischen Kostümer und die schicken Schuhe (obwohl ich dieses Vorurteil alle Frauen hätten einen Schuhfetisch ja ein bisserl blöd finde) allein sind es wert! Außerdem sind die Schauspieler richtig gut (und Jason Schwartzman relativ knuffig, wenn auch eher auf mithunmäßige Weise ...) und die Musik rockt gewaltig.


Nach so viel bunt brauchts wieder was etwas düstereres - Zeit für einen film noir. Aber nicht irgendeinen, sondern einen ganz aktuellen. In Brick tritt Einzelgänger Brendan (Joseph Gordon-Levitt) in die Fußstapfen berühmter hardboiled private eyes wie Sam Spade, Philip Marlowe usw. Seine Ex-Freundin Emily bittet um seine Hilfe und verschwindet dann. Brendan macht sich auf die Suche und muss sich mit den zwielichtigen Gestalten an seiner Highschool einlassen um sie wiederzufinden. Ja, richtig gehört: an seiner Highschool. Brick verlegt nämlich den Plot eines typischen Detektivfilms der 40er an die Highschool. Was erstmal wie eine Idee für eine Parodie klingt, ist tatsächlich ein ziemlich düsterer Film, in dem es ziemlich hart zur Sache geht. Zwar gibt es ein, zwei lustige Momente, die aus der Mischung der beiden Genres entstehen (jap, auch hartgesottene Drogendealer trinken Milch ...) aber ansonsten ist die Story nicht besonders nett zu den Figuren, die Charaktere sind alle relativ wenig sympathisch und das Blut fließt reichlich. Ein wirklich sehenswerter Film, dessen Story zwar nichts Weltbewegendes ist, dessen Umsetzung aber ziemlich beeindrucken kann. Besonders, wenn man ein paar der Filme, die als Inspiration dienten gesehen hat. Ich konnte zumindest ein paar recht deutliche Anspielungen an The Maltese Falcon entdecken. Noch ein kurzer Kommentar zur DVD: Brick ist in Deutschland beim relativ neuen Label Autobahn erschienen, das wohl zu Senator gehört, und wurde in einer richtig schicken Steelbox als Doppel-DVD veröffentlicht. In der gleichen Reihe gibt es noch Hard Candy und Shortbus zu kaufen. Zu den Filmen gibts hier demnächst mehr und die DVDs machen sich verdammt gut im Regal.


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Dienstag, April 24, 2007

Spanische Argentinische Schnuffel in Spanien!

Ab und an muss sich frau ja mal von den vielen indischen Schnuffeln ablenken, die noch ungesehen im Regal liegen. Deshalb durfte es letzte Woche mal ein spanischer Film sein, dessen Schnuffelquote trotzdem recht hoch ist. Semen - una historia de amor ist mir als Trailer bei Jaman aufgefallen. Und da leider nicht für uns arme benachteiligte Europäer anschaubar. Aber ihr kennt mich ja - wenn ich etwas haben will, hält mich nix zurück und deshalb musste halt die DVD her. Aus den USA. Weil ich kein Spanisch kann* und es den sonst nirgends gab. Letzte Woche ist dann auch die DVD mit den vielen bunten Kondomen oben drauf angekommen (und das obwohl kein einziges Kondom im Film vorkommt!) und hat sich als wirksames Kopfschmerzmittel beweisen können.**

Serafín (Ernesto Alterio) ist nicht nur ziemlich schnuffig, sondern auch noch hochgra
dig neurotisch und irgendwie leicht psycho. Kein Wunder - er ist an Francos Todestag geboren, beinahe auf den Kopf gefallen, seine Mum ist mit seinem Kinderarzt durchgebrannt und sein Vater (Héctor Alterio) ist ein agoraphobischer, pessimistischer ehemaliger Wetterfrosch mit Locken. Deshalb ist Serafín ganz glücklich in seinem Job als künstlicher Befruchter. Und immerhin kennt er sich mit der theoretischen Seite des Geschlechtsverkehrs ziemlich gut aus. Auch wenn er das mit dem Vorspiel vielleicht noch ein wenig trainieren sollte.
Eines Tages rempelt er auf der Straße eine Schnuffine (Leticia Dolera) an, mit deren Ova er es auch bald zu tun kriegt. Und weil er Ariadna so unglaublich süß findet, gibt er sich natürlich besondere Mühe mit der Befruchtung. Blöd nur, dass natürlich alles schief geht - und so findet sich Serafín in der unglücklichen Situation, selbst Hand anlegen zu müssen.***

Semen ist eine ziemlich witzige romantische Komödie, die stellenweise herrlich absurd und abgedreht und dann wieder wunderbar vorhersehbar ist. Der Film lebt vor allem von der fantastischen Chemie zwischen Ernesto und Héctor Alterio, die beide zum Umknuddeln sind
. Leider bleibt Leticia Dolera in ihrer Doppelrolle ein bisserl blass, und kommt ein bisschen arg kurz. Allerdings ist sie wirklich extrasüß.
Der Humor schwankt zwischen ganz großartig und ein bisserl doof aber trotzdem lustig. Die Romantik steht definitv nicht im Vordergrund - aber dafür darf man zwei total verplanten Typen zuschauen, was einen locker noch länger als die mickrigen 89 Minuten, die der Film dauert, unterhalten würde. Ein Film für alle, die auch mal in anderen Sprachen quieken wollen oder mal schnell ne Dosis gute Laune vertragen könnten! Für Bollywoodfans gibts außerdem noch den Beweis, dass nicht nur die Inder ständig singen - auch hier gibts eine relativ schick gemachte Songszene, die übrigens ziemlich eindeutig von Notting Hill inspiriert ist.

* Jedenfalls nicht genug, um nicht aus Versehen auf den "Schickt mir ab sofort täglich total virenverseuchten Pornospam und räumt außerdem meine Kreditkarte leer"-Link zu klicken.

** Mein Computer zickt übrigens gerade wieder - deshalb nur zwei Screenshots. Sorry!

*** Sorry, ist ein billiger Scherz, ich weiß.

Und kann mir mal einer erklären, warum Blogger immer irgendwelchen Code einfügt, den ich gar nicht haben will, sobald ich Bilder in einem Post habe, weshalb dann immer nix so funzt, wie ich will? Grmpf.


Technorati,

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Freitag, Januar 05, 2007

Eragon

Letzte Woche hat es mich mal wieder ins Kino verschlagen, was ja momentan ein relativ seltenes Ereignis ist. Aber es halt mal ausnahmsweise wieder geklappt und da musste es natürlich ein Film sein, bei dem eine große Leinwand einigermaßen vorteilhaft ist. Auch wenn die Filmplakate nicht unbedingt sehr vielversprechend aussehen und wirken, als hätte man sie in 5 Minuten mit einer billigen Software zusammengeschustert.



Ich habe beide bisher erschienenen Eragon-Bücher eigentlich ganz gern gelesen, auch wenn sie so ihre Schwächen haben und ich sie vielleicht ziemlich sicher nicht nochmal lesen muss. An den Büchern wird ja eine gewisse Ähnlichkeit zu Tolkien und Star Wars und anderem Fantasyzeug kritisiert - die ist auch wirklich nicht zu übersehen, aber gut, das Handlungsgerüst ist nunmal das gleiche. Ist ja auch klar, solche "unschuldiger Bengel mit interessanter, aber natürlich geheimer Herkunft, findet irgendein Ding und muss gegen die Bösen kämpfen"-Stories sind aber dann doch im ganzen Genre einigermaßen weit verbreitet, so dass ich das jetzt nicht unbedingt allzu eng gesehen habe beim Lesen (obwohl die Ähnlichkeiten doch ziemlich darüber hinausgehen).

Beim Film ist es leider anders. Erstens wurde ziemlich viel weggekürzt. Klar sind Kürzungen unvermeidlich und notwendig um ein Buch vernünftig zu verfilmen, doch leider trifft es hier meistens die Stellen, die dem Roman seinen Charme und vor allem Logik verliehen hatten. Die Folge ist, dass alles unglaublich schnell passiert (oder bin ich einfach nur keine kurzen Filme mehr gewöhnt? Äh nein, Eragon hat nicht mal zwei Stunden - das ist verdammt kurz.) - und kleine Farmjungs sich innerhalb von allerhöchstens zwei Tagen in total fantastische Kämpfer verwandeln. Gut, wer braucht schon realistische Figuren. Leider werden durch diese Verkürzung auch noch vor allem die Stellen betont, bei denen man besonders "inspiriert" war. Zum Teil wurden Szenen fast 1:1 aus den Vorbildern übernommen - nur mit billigeren Sets und schlechter gespielt.

Die Sets sind eh faszinierend: Bei den Landschaftsaufnahmen hat man sich ja Mühe gegeben (okay, man hätte auch einfach die Aufnahmen aus LotR nehmen können und digital andere Schauspieler einfügen - wäre hier gar nicht aufgefallen) aber dafür musste man wohl bei den Kulissen sparen oder so: die sind zwar manchmal ganz nett, allerdings etwas zu oft unglaublich peinlich. Das gilt vor allem für die Höhle? den Thronraum? des fiesen Königs Galbatorix (Hmmm. Der Junge hat zu viel Asterix gelesen ...). Ich habe glaube ich noch in keinem Film ein peinlicheres Set gesehen. Da hilft es auch nicht, dass John Malkovich, den ich ja eigentlich echt gerne mag, hier so unglaublich mies spielt. Und so unglaublich langsam spricht. (John! Nein! Das ist nicht furchteinflößend! Das klingt als hättest du deinen Text nicht gelernt!)
Wo die Kohle, bzw. die ganze Aufmerksamkeit der Macher wohl hinging ist schnell erzählt: Eragons Kampf gegen Durza ist zieeeeemlich schick, auch wenn die ganze Schlacht außenrum nicht wirklich durchdacht ist.

Huch, das wird jetzt wirklich ein Veriss - Eragon ist aber auch so ein Film, der mir immer weniger gefällt, je mehr ich darüber nachdenke. Im Kino selber habe ich mich stellenweise ja sogar ganz gut amüsiert. Jeremy Irons ist jedenfalls ziemlich toll, Edward Spelleers, abgesehen von der Tatsache, dass ich unfähig bin, seinen Nachnamen richtig zu schreiben, eine ziemlich gute Besetzung, auch wenn Eragon im Film einigermaßen schlecht wegkommt, nachdem fast nur die Szenen vorkommen, in denen er sich entweder benimmt wie ein kleiner Rotzbengel oder plötzlich ganz unmotiviert der tollste Held überhaupt ist. Und er sieht übrigens nicht so scheiße auf, wie die hässlichen Plakate vermuten ließen.
Der Junge müsste halt nur 10, 15 Jährchen älter sein ...
Die Drachenreiterei ist allgemein wirklich schick geraten - auch wenn ich an zwei, drei Stellen dachte, dass gleich einer "Fuchuuuuuur" schreit ...

Schade eigentlich - das Buch liefert ja eine ziemlich verfilmbare Vorlage, die Schauspieler sind grundsätzlich auch ganz gut, optisch sind auch wirklich schicke Ansätze da (auch wenn viel von LotR geklaut ist) - aber nichts davon wird wirklich genutzt. Die Story ist auf 08/15-Standard-Fantasyfilm-Szenen reduziert, die Schauspieler werden verheizt und eigentlich hat man alles schonmal gesehen - und zwar besser. Viel besser.

Naja, den Kindern im Publikum scheints gefallen zu haben und wenigstens werden die Plakate dem Film mal gerecht ...

Technorati

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Mittwoch, Dezember 13, 2006

I am a very important man. I've got a tower.

Jaja, ich weiß - hier im Blog gibts viel zu viel Neil Gaiman in letzter Zeit. Äh. Moment. Zu viel Neil Gaiman geht gar nicht.

Aber gut, ich gebs zu, im Moment bin ich ein klitzekleines Bisschen einseitig interessiert. Irgendwie muss ich mich ja von meinem akkuten Don-Mangel ablenken.
Außerdem hab ich bis Weihnachten dieses Testangebot für den Amazon-DVD-Verleih mal genommen. Ich hab so den Verdacht, dass es mich billiger kommt, Filme auszuleihen, als sie ständig zu kaufen. Der erste Film kam heute an und natürlich hat Neil der Held seine Finger im Spiel. (Übrigens ist das Teil auch schon wieder gekündigt - Amango ist irgendwie billiger, weil die einen für den gleichen Preis nicht auf 3 Filme/Monat beschränken.)

Mirrormask (Achtung! Vor Anklicken Lautsprecher runterdrehen!) ist ein ganz besonders psychedelisches Fantasymärchen von Neil Gaiman und dem Künstler Dave McKean, der hier Regie führt.

Gleich vorneweg: Die Story, die sich die beiden ausgedacht haben, ist weder besonders neu, noch ist sie supertiefschürfend und noch dazu ist sie von allen möglichen anderen Geschichten beeinflusst - aber das muss ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Jedenfalls nicht, wenn das Ergebnis so toll ist wie hier.

Helenas Eltern haben einen Wanderzirkus, in dem Helena jongliert. Besser gesagt, jonglieren muss, denn eigentlich ödet sie das Zirkusleben ganz ungemein an. Sie würde lieber ein ganz normales, langweiliges Leben führen. Deshalb gibts immer wieder Zoff mit ihren Eltern. Eines Abends aber fällt ihre Mutter während der Vorstellung um und kommt ins Krankenhaus. Während die Mutter operiert wird, träumt sich Helena in die fantastische Welt, die sie selbst in unzähligen Zeichnungen geschaffen hat ...

Klingt noch nicht so aufregend? Pft, ihr habt ja noch gar nichts gesehen.
Ich hatte ja gerade Dave McKean erwähnt. Der ist natürlich nicht einfach nur Regisseur, sondern vor allem für das Design zuständig. Was das heißt? Ich hab mal versucht, die unglaublich großartige Optik des Films auf ein paar Screenshots einzufangen und glaubt mir, im Film ist das alles noch viel grandioser und fantastischer. Vor allem, weil die Schauspieler und ihre Charaktere allesamt wirklich ungemein sympathisch sind, Neil Gaimans Humor wie immer sitzt und Fantasywelten, in denen es aussieht wie hier um die Ecke, einfach langweilig sind.

Außerdem: Fliegende Bücher, bücherfressende und leicht verwirrbare Sphinxen, Taubengorillas namens
Malcolm, ein beleidigter Turm, riesige, singende Spieluhrenfiguren und eine Hauptdarstellerin, die mich irgendwie total an Helena Bonham Carter erinnert (und das nicht nur wegen ihres Namens im Film ...). Also los! Ihr müsst das sehen!













Nachtrag: Übrigens. *lechz*

Technorati , ,

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Dienstag, Juli 18, 2006

Nach dem Festival ist vor dem Festival ...

... aber trotzdem muss es ja einen kleinen Rückblick auf 5 Tage Bollywood and Beyond in Stuttgart geben. Zum organisatorischen Chaos wird ja bereits bei Marco viel gesagt. Hier also nur der Wunsch, dass nächstes Mal alles besser wird und die Festivalleitung sich vielleicht vorher überlegt, was für ein Festival es werden soll - und ob es nicht vielleicht doch sinnvoll wäre, seine Gäste und sein Programm ernst zu nehmen.

Trotzdem war das Festival eine schicke Sache - was vor allem am schönen Wetter, den supernetten Menschen und einigen richtig tollen Filmen lag. (...)


Los gings mit "Mixed Doubles", der zufälligerweise als Eröffnungsfilm einspringen musste, zufällig wohl der Lieblingsfilm der Programmchefin ist und zufällig den heimlich verliehenen "German Star of India" gewonnen hat, dessen Jury zu einem Drittel aus eben dieser Programmchefin bestand. Der Film selber ist ziemlich süß, Konkona Sen und Ranvir Shorey sind wunderbar sympathisch, die Story ist interessant - nur das Ende leider etwas unbefriedigend. Versteht mich nicht falsch, ich mag offene Enden, aber Mixed Doubles endet ziemlich sperrangelweit offen. Dafür schneidet er natürlich Themen an, die man in einem Bollywoodfilm normalerweise nicht erwarten würde - allerdings ist Mixed Doubles ja auch keiner, sondern gehört zum Schwerpunkt des Festivals, dem "Beyond". Und wenn er nicht von DVD gekommen wäre, hätte er mir bestimmt noch besser gefallen.
Fazit: Man muss ihn sich nicht innerhalb der nächsten 5 Minuten kaufen, aber es lohnt sich mal reinzuschauen.

Am Donnerstag gings dann für mich weiter mit Raj Kapoors Klassiker "Awaara", den ich vor 5 oder 6 Jahren schon einmal gesehen hatte. Der lief leider von Raubkopie, war mit 82 Minuten angekündigt und der nette Herr, der eine Einleitung improvisierte, bestand darauf, dass Awaara eine Komödie namens Asaara sei. Na gut, wenn er meint.
In Wirklichkeit ist Awaara ein relativ langes sozialkritisches Drama, dass zum unbedingten Pflichtprogramm für Filmfans gehören sollte. Für Kapoorfans ist dieser Klassiker ja sowieso unausweichlich - drei Kapoors auf einmal darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Raj Kapoor (als Schauspieler) ist zwar leider bei mir bisher noch ein wenig untergegangen, wird sich aber in nächster Zeit verstärkt in meinem DVD-Regal finden, Shashi als kleiner Bub ist nicht nur süß, sondern spielt auch wunderbar, und Familienoberhaupt Prithviraj Kapoor ist ebenfalls hervorragend. Das ist natürlich nicht alles! Die Chemie zwischen Nargis und Raj Kapoor stimmt, es gibt eine der herrlichen psychedelischen Traumsequenzen, die Kapoor ja so wunderbar beherrscht, die Musik ist teilweise legendär und die Inszenierung fantastisch.
Fazit: Los! Sofort bestellen!

Donnerstag abend dann das absolute Kontrastprogramm: Der südindische Indiana-Jones-Verschnitt "Diler", der eigentlich "Anji" heißt und in Stuttgart auf Hindi synchronisiert von DVD lief. Leider war die Synchronisation ziemlich unglücklich, vor allem bei der weiblichen Hauptrolle Namrata Shirodkar, die einfach nur unerträglich quietschig klang. Sogar bei den Songs. (Liebes Festivalteam, sowas sollte man bei einer Einführung in den Film vielleicht erwähnen, dann lästern die Leute weniger darüber, dass das alles ja gar nicht lippensynchron ist ...)
"Megastar" Chiranjeevi entspricht zwar genau dem Männlichkeitsideal der südindischen Filme (und nein, damit meine ich nicht, dass er aussieht wie Siddu ...) und ist deshalb vielleicht als Held erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem in seinem 80er Jahre Trashoutfit mit lila Blouson, rotem Stirnband und seltsamer Unterleibsmode, aber er ist ungemein sympatisch und es macht wirklich Spaß ihm zuzuschauen. Der Film beginnt sehr unterhaltsam, wird dann aber irgendwann ein bisschen lahm, da gegen Ende nur noch endlos gekloppt wird. Die Story schwankt zwischen geklaut und hanebüchen, die Effekte zwischen wirklich gut und ganz ganz mies. Zur Mode muss ich ja nicht mehr viel sagen - und der Film wurde zumindest teilweise irgendwo in Süddeutschland/Österreich gedreht, auch wenn es sich wohl irgendwie doch um Amerika handeln sollte, wenn ich das richtig kapiert habe ...
Fazit: Für Trashfans definitiv sehenswert, der Rest solle sich vielleicht einen anderen Einstieg in den südindischen Kommerz suchen ...

Am Freitag standen wir vor dem Dilemma - zwei wirklich interessante Dokus oder Raj Kapoors "Bobby". Sunny und ich entschieden uns für Bobby, der allerdings enttäuschenderweise mal wieder von DVD lief - und das auch noch im falschen Bildformat, sodass die arme Dimple aussah als wär sie mindestens doppelt so breit. Wie toll Bobby ist, steht ja schon woanders. :)
Fazit: Unbedingt anschauen!

Freitag abend dann wieder etwas von Beyond: "Manasarovar" mit Atul Kulkarni und Neha Dubey. Die erste Viertelstunde ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig (vor allem, da die Beschreibung im Programm des Festivals so gar nicht dazu passt), aber mit dem Auftritt von Atul Kulkarni wendet sich das Blatt und der hauptsächlich auf Englisch gedrehte Film wird zu einem der schönsten Liebesfilme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Das ist zu einem sehr großen Teil Atul Kulkarnis Verdienst, der einen wunderbaren Charakter erschaffen hat und mir mit jedem Film besser gefällt. Neha Dubey ist auch wirklich überzeugend - so überzeugend, dass ich am liebsten die Kinoleinwand angeschrieen hätte, wenn ihre Figur mal wieder eine saudumme Entscheidung getroffen hat.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass die Musik von David Prahl, Lisa Stanislawski und Craig Leininger manchmal etwas arg aufdringlich im Vordergrund war. Allerdings könnte das auch daran gelegen haben, dass mit dem Ton im Kino sowieso etwas nicht stimmte.
Fazit: Ich brauch die DVD!!!! Sofort!

Der Samstag war dann für zwei Filme reserviert, die ich zwar schon kannte, die aber sein mussten. Zu Rang de Basanti muss man eigentlich ja nichts mehr sagen - der Film reißt mich auch nach dem xten Mal sehen noch mit und bietet genügend Stoff zum Nachdenken. Und die Jungs sehen auf einer richtig großen Leinwand noch viel viel toller aus als eh schon!
Fazit: Wer ihn noch nicht gesehen hat, MUSS das sofort nachholen!

Zwischendurch war noch Zeit für einen Teil der Kurzfilme, die unter dem Titel "NoMasala" liefen. Hier durfte ich das einzige Mal eine wirklich kompetente Einführung erleben, wodurch sich der Besuch schon gelohnt hat. Die Filme selber waren zum Teil wirklich gut, zum Teil ein bisschen seltsam - aber allesamt sehenswert.

Abends dann zum Abschluss einer der wenigen Filme, die richtig in die Bollywoodklischees passen und gerade deswegen auch beste Unterhaltung bieten: der Superduperblockbustersupermegaheldenfilm Krrish! Zu Krrish will ich ja schon lange was schreiben, aber bisher fehlte mir so ein bisschen die Zeit. Hier auch nur ganz kurz (irgendwann gibts dann eine richtige Mission BAS-Review): Krrish gefiel mir beim zweiten Mal sogar noch einen Tick besser als vorher, da die Roshans es schaffen, die typischen Superheldenelemente mit typischen Bollywoodelementen fröhlich so zu verquirlen, dass trotz aller Inspirationen etwas ganz Eigenes entsteht, und das Publikum drei Stunden lang blendend zu unterhalten. Die Stimmung im Kino war daher auch die beste des ganzen Festivals. Die Songs, die für sich alleine nicht besonders aufregend sind, werden wirklich schick inszeniert (kein Wunder, Hrithiks Tanzkünste müssen ja auch entsprechend in Szene gesetzt werden, alles andere wäre ja ein Sakrileg). Die Story ist im besten Sinne typisch (böser, irrer Wissenschaftler mit Trademark-Spruch will Weltherrschaft, Superheld muss ihn erledigen und dabei seine Identität vor der etwas dusseligen Superheldenfreundin verstecken), die Figuren zwar überzeichnet aber zum größten Teil herrlich anzusehen. Leider wirken die Effekte auf einer richtig großen Leinwand überhaupt nicht mehr gut, da man sie einfach zu genau sieht. Das ist auch die große Schwachstelle - Krrish springt zu weit, zu hoch, zu unrealistisch und die Effekte sind manchmal sehr plump eingesetzt. Einige Szenen sind aber wirklich schick gemacht, den Rest kann man vielleicht mit der mangelnden Erfahrung auf diesem Gebiet entschuldigen.
Und Hrithik sieht eigentlich verdammt gut aus, auch wenn er in manchen Einstellungen ein bisschen schlecht wegkommt. Jedenfalls gefällt er mir hier um Längen besser als in seinen früheren Filmen - und er hat so tolle Augen ... *schmelz*

Fazit: Der Film wird ja alleine schon durch seinen riesigen Erfolg am Boxoffice zum Must-See-Film, aber für alle, die mal ein paar Stunden den Verstand abschalten wollen und einfach nur richtig gute Unterhaltung suchen, ist er perfekt. Just imagine! Gell, Michael?

Wegen akuten Schlafmangels war dann auch das Kinoprogramm für mich beendet - am Sonntag hat die Energie gerade noch zum Rumgammeln gereicht.

Bilder vom Festival gibts übrigens bei Flickr!

Kleiner Nachtrag: Auf der Manasarovar-Seite kann man die DVD übrigens direkt bestellen und per Paypal bezahlen! Jahu!

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Freitag, Juni 30, 2006

Geklaute Superhelden

Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass ich das Vergnügen hatte, einen Superheldenfilm zu sehen, der verdammt viele Copyrights bricht, aber da ich gerade etwas Zeit zum bloggen habe:

Hier eine ganz kurze Review zu ...


... nein, nicht Krrish (dazu später).

Sondern zum türkischen Trashklassiker 3Dev Adam von 1973.

Der Plot ist eigentlich ganz einfach: Der fiese Oberverbrecher Spiderman terrorisiert mit seinen gigantischen Augenbrauen und einer Verbrecherbande Istanbul und hat eine Vorliebe dafür seine Opfer ganz schön fies und grausam und eklig aus dem Weg zu räumen.



Das findet die Polizei nicht gut und setzt deswegen ein schickes Sondereinsatzkommando auf seine Verbrecherbande an. Aber natürlich nicht irgendeines. Gegen einen Oberfiesewicht wie Spiderman brauchts natürlich Superhelden: Der kugelsichere Mister America, Superwrestler El Santo (in einer todschicken Indianerfransenjacke, wenn er nicht gerade sein schickes Superheldenkostümchen trägt) und Nichtsuperheldin Julie müssen die Pläne der Schurken durchkreuzen und aufpassen, dass sie nicht selber ein Meerschweinchen ins Gesicht kriegen.




Plotmäßig ist das auch schon alles, was man wissen muss. Die eigentliche Handlung (es geht irgendwie um Geldwäsche und Antiquitäten) ist ziemlich wirr und unwichtig. Dafür bleibt einem beim Anschauen aber ein ums andere Mal der Mund offen stehen und man kann sich prächtigst amüsieren. Die Bildqualität der DVD ist mies ohne Ende - aber es wurde wohl das Beste aus dem vorhandenen Filmmaterial herausgeholt. Danken dürfen wir dafür ONAR Films (hier gibts auch die DVD zu kaufen!), die dem Film eine schicke DVD und englische und griechische Untertitel verpasst haben. Und extremst schicke Extras: Wirklich gut gemachte Interviews mit dem Regisseur Tevkin Fikret Ucak und zwei der Darsteller. Außerdem sind ein paar sehr psychedelische und seltsame Trailer für Filme drauf, die ich mir unbedingt irgendwann ansehen muss.

Definitiv ein Muss für alle Trashfans!!!



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